Geschichts- und Heimatverein Wehrheim e.V.

Aus der Chronik unseres Vereines

Angefangen hat alles mit einem "Arbeitskreis für Wehrheimer Geschichte", der im November 1975 gebildet wurde. Zunächst wurden Aufzeichnung bekannter Heimatforscher aus Wehrheim gesammelt. Es waren vor allem der evangelische Pfarrer, Dekan Arnold Menck und der katholische Ortsgeistliche Pfarrer Becker, die bis in die Nachkriegszeit in Wehrheim gewirkt haben.

Bei der Spurensuche im Rathaus war leider nicht sehr viel zu finden. Sicher ist bei Kriegsende 1945 hier vieles verschwunden. Schon einmal war man dabei, die Wehrheimer Geschichte in einem Heimatbuch darzustellen. Das war zu Zeiten von Bürgermeister Ludwig Bender (1946-1958). Teile von diesem ersten Manuskript werden heute im Archiv unseres Geschichts- und Heimatvereins verwahrt. Leider ist dieses erste Heimatbuch in der unsteten Nachkriegszeit nie zustande gekommen.

Der erste Arbeitskreis vergrößerte sich im Laufe der Zeit um weitere acht Mitglieder, bestrebt die Wehrheimer Geschichte aufzuarbeiten. Das erste große Fest wurde organisiert. Mit der "1.Wehrheimer Woche", vom 2.-9. Juli 1978, feierte man das 200-jährige Bestehen des Wehrheimer Stadttors.

Außerdem gab man die 1.Broschüre "Aus der Wehrheimer Geschichte", heraus. Mittlerweile gab es zahlreiche Geschichtsinteressierte und so kam es am 17.Oktober 1978 zur Vereinsgründung. 35 Personen traten dem neuen Verein bei.

Wolfgang Thurisch (Vorsitzender), Walter Schmidt, Franz-Josef Salzmann, Heinz Matern, Ernst Christ, Johanna Koppenhöfer, Helmut Michel, Ursula Hartung und Brigitte Leder bildeten den ersten Vorstand.

Bild Wolfgang Thurisch setzte sich sehr für die Gründung dieses Vereins ein und zeichnet sich auch für die Umsetzung des Torwärterhauses in das heutige Stadttormuseum verantwortlich.

1984 übernahm Johanna Koppenhöfer den Vorsitz. Ihr verdankt der Verein die wissenschaftliche Erforschung der Wehrheimer Geschichte und Publizierungen in zahlreichen Heften und Büchern.

1991 übernahm Helmut Michel die Leitung des Vereins. Im Mittelpunkt der Arbeiten standen die Erinnerungen an die jüngere Wehrheimer Vergangenheit.

Im März 2009 hat Stefan Velte, jahrelanger 2. Vorsitzender, die Leitung des Vereins übernommen und Helmut Michel wurde von der Jahreshauptversammlung einstimmig und mit großem Beifall, sowie mit vielen persönlichen und anerkennenden Worten zum Ehrenvorsitzenden gewählt (Foto Gerrit Mai).

Vieles konnte seit 1975 schon bewegt werden und war mit intensiver, jahrzehntelanger Arbeit verbunden. Deshalb kann es sich bei der folgenden Aufzählung nur um einen Auszug handeln.

Bild Im Juni 1983 wurde das Stadttormuseum mit dem restaurierten Stadttor im Rahmen einer "Wehrheimer Woche" von der Gemeinde eingeweiht und in einem Nutzungsvertrag unserem Geschicht- und Heimatverein überlassen.
Für unsere Archivarbeit zur Geschichtsforschung stellte uns die Gemeinde 1993 einen weiteren Raum im Keller des Bürgerhauses zur Verfügung.

Seit 1975 sind zahlreiche Bücher und Broschüren herausgegeben worden.
Umfangreiche Forschungen im Staatsarchiv haben viele Einzelheiten zur Dorfgeschichte erbracht. Durch gezielte Flurbegehungen und Funde von Keramikstücken konnten wir die Lage und das Alter des verlassenen Dorfes Bizzenbach festlegen. 2 mittelalterliche Feuerstellen (Walschmieden) wurden lokalisiert.

Gespräche mit Wehrheimer Bürgern, Tonbandaufnahmen und Protokolle halten fest, wie es in Wehrheim in der jüngeren Vergangenheit aussah und wie die Leute lebten.

Die alten Flurnamen der Gemarkung wurden gesammelt, bis auf wenige Ausnahmen gedeutet und auf einer Flurkarte festgehalten.

Die erste Tagesfahrt führte nach Dillenburg. Es folgten weitere Studienfahrten zu geschichtsträchtigen Orten in die nähere und weitere Umgebung.

1995/96 begleiteten wir die Ausgrabungen an der Danziger Straße. Aus der Urnenfelder-Zeit, vor ca. 3000 Jahren, wurden Teile eines Bestattungsfeldes geborgen. Schmuckstück dieser Funde ist eine große Graburne. Sie wurde mit Hilfe von Spenden restauriert und ziert heute unser Stadttormuseum.

Ein weiterer Schwerpunkt unserer kulturellen Arbeit besteht in dem Angebot regelmäßiger Vorträge zur Dorf- und Regionalgeschichte und in der Familien- und Stockbuchforschung durch Robert Velte und Michaela Reese.

1994 feierte unser Verein das Jubiläum "950 Jahre Kloster Thron" mit Vorträgen und Feiern auf dem heutigen Hofgut. Diesem Jubiläum wurde eine Broschüre und eine Gedenkmünze gewidmet.

Zu den Höhepunkten unserer Vereinsarbeit zählt die Durchführung des Jubiläums "950 Jahre Wehrheim", im Jahre 1996. Das Festprogramm zählte 14 große Veranstaltungen, die sich über das Jahr verteilten. Mittelpunkt war die große "Wehrheimer Woche", mit der Verleihung der "Freiherr von Stein Plakette" durch den Hessischen Innenminister. Die Höhepunkte sind im Buch "950 Jahre Wehrheim" festgehalten.

2003 erfolgte eine Auseinandersetzung mit dem Thema: "60 Jahre nach Stalingrad" - unsere Vermissten und Toten.

Im August 2007 veranstaltete der Verein eine Dreitagesfahrt nach Eisenach und im August 2008 erfolgte eine Fahrt nach Würzburg (siehe Bildergelerie). Beide Fahrten fanden großen Zuspruch.

Zum fünften Apfelblütenfest und zur Inthronisation der neuen Apfelblütenkönigin im Mai 2008, hielt der Verein im Wehrheimer Schwimmbad eine historische Brautmodenschau ab (Siehe Bildergalerie).

Im Mai 2009 gab es ein trauriges Ereignis: Unser Ehrenvorsitzender und Gründungsmitglied, Helmut Michel verstarb im Alter von 72 Jahren. Er hinterläßt eine große Lücke und er wird unserem Verein sehr fehlen.

Im Stadttormuseum werden immer wieder interessante Ausstellungen und Aktionen angeboten, wie z. B. das "Fotoatelier Wirena", wo man versuchte die "Alte Zeit" wieder aufleben zu lassen.